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Funktionsgruppe Meeresbodenerkundung

Paläomagnetiklabor

Die Paläomagnetik ist ein wertvolles Werkzeug in den Geowissenschaften, das sich mit dem Magnetfeld der Erde in der Vergangenheit und der Untersuchung der magnetischen Eigenschaften von Gesteinen und Sedimenten befasst. Sie basiert auf der Fähigkeit ferromagnetischer Mineralien, wie Magnetit, die Richtung und Intensität des Erdmagnetfeldes zum Zeitpunkt ihrer Bildung zu speichern. Diese Eigenschaft ermöglicht es uns, sowohl die geologische Geschichte zu rekonstruieren als auch das Alter von Gesteinen und Sedimenten zu bestimmen.

Insgesamt trägt die Paläomagnetik wesentlich zum Verständnis der Plattentektonik, der Erdkruste und der geologischen Prozesse bei. Sie ist ein unverzichtbares Werkzeug, um die dynamische Geschichte unseres Planeten zu entschlüsseln und die Veränderungen im Erdmagnetfeld zu verstehen.

Kontakt:

Dr. Thomas Frederichs

Telefon: 

+49 421 218-65326

Fax:

+49 421 218-65338

E-Mail:

Raum: 

GEO 1, 4040

 
 

Bei der Altersbestimmung nutzen wir die Tatsache, dass sich das Erdmagnetfeld im Laufe der Erdgeschichte mehrfach umgekehrt hat, bekannt als geomagnetische Umpolungen. Diese Umkehrungen sind für die geologische Zeit gut dokumentiert und können in den magnetischen Signaturen von Gesteinen identifiziert werden. Wenn wir Proben aus verschiedenen geologischen Schichten entnehmen, analysieren wir die remanente magnetische Magnetisierung (NRM) dieser Proben.

Die Analyse der magnetischen Daten erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird die NRM in verschiedene Komponenten zerlegt, um die charakteristische remanente Magnetisierung (ChRM) zu identifizieren. Anschließend vergleichen wir die gemessenen magnetischen Muster mit dem geomagnetischen Zeitmodell (geomagnetsiche Polaritätszeitskala), um die Alterszuordnung vorzunehmen. Diese Methode ist besonders nützlich in Kombination mit anderen Datierungstechniken, wie radiometrischen Datierungen, da sie uns hilft,

die chronostratigraphische Position von Gesteinen präziser zu bestimmen. Ein weiterer Aspekt der Paläomagnetik ist die Möglichkeit, paläogeographische Rekonstruktionen durchzuführen. Indem wir die magnetischen Daten mit der Plattentektonik in Verbindung bringen, können wir die Bewegungen der Kontinente über geologische Zeiträume hinweg nachvollziehen. Dies eröffnet uns Einblicke in die tektonischen Prozesse und die Entwicklung der Erdoberfläche.

Zur Absicherung der paläomagnetischen Ergebnisse führen wir darüber hinaus gesteinsmagnetische Untersuchungen durch, die der Charakterisierung der Gesteinsproben hinsichtlich Korngröße, Mineralogie und Mineralkonzentration dienen. Diese Eigenschaften werden im Fall von Sedimenten maßgeblich durch den Eintrag und die

Umweltbedingungen während oder nach der Ablagerung bestimmt (Stichwort (Früh)diagenese). Somit lassen sich aus den magnetischen Sedimenteigenschaften Aussagen über geologische und/oder klimatische Veränderungen in der Vergangenheit treffen. Die Messungen werden dabei sowohl bei Raumtemperatur als auch temperaturabhängig

und in verschieden starken Magnetfeldern vorgenommen. Als Messgeräte verwenden wir dazu hauptsächlich ein Magnetic Property Measurement System MPMS XL-7 für die Untersuchung einzelner Proben sowie verschiedene Suzeptometer-Messbänke (MSCLS, ULS) für die (quasi)kontinuierliche Messung längerer Sedimentabfolgen.

Unsere Laborausstattung

Superconducting Rock Magnetometer 2G Enterprises 755 HR

Die mit diesem Magnetometer bestimmte remanente Magnetisierung von Gesteinsproben bildet die Basis einer Vielzahl unserer ...

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Magnetic Properties Measurement System Quantum Design MPMS-XL7

Magnetic Properties Measurement System MPMS-XL7

Das MPMS-XL7 ermöglicht die temperaturabhängige Messung magnetischer Eigenschaften von Probenmaterial in magnetischen Feldern von ±7 Tesla ...

Multi-Sensor Core Logging System (MSCLS)

Das MSCLS wurde am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) entwickelt und eignet sich besonders gut zur Messung und Analyse ...

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Universal Logging System (ULS)

Das ULS wur­de am MARUM ent­wi­ckelt und eig­net sich be­son­ders gut zur Mes­sung und Ana­ly­se von Se­di­ment­pro­ben und ...

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