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Unter dem Pazifischen Ozean archivieren uralte Sedimente die Geschichte der Erde

Kommentar in Fachjournal: Neue internationale Kooperationen könnten den Weg für Fortschritte in der Paläoklimaforschung ebnen

23.06.2025
Teilnehmende des USSSP-Workshops „Targeting Pacific Highs for Past Records of Warm Climates“. Foto: Elizabeth M. Griffith, Ohio State University
Teilnehmende des USSSP-Workshops „Targeting Pacific Highs for Past Records of Warm Climates“. Foto: Elizabeth M. Griffith, Ohio State University

Tiefseesedimente enthalten eine Fülle von Informationen über marine Ökosysteme und vergangene Klimaszenarien. Sie sind aber noch nicht ausreichend erforscht, um daraus gesicherte Rückschlüsse auf die ökologische Zukunft der Erde ziehen zu können. Doch nur hier finden sich Klimaarchive, die detaillierte und vor allem vollständige Informationen der vergangenen 100 Millionen Jahre der Erdgeschichte enthalten. In den vergangenen fünf Jahrzehnten wurde dieser Schatz durch internationale wissenschaftliche Tiefseebohrungen gehoben.

 

Die Ergebnisse haben grundlegende Einblicke in die Funktionsweise der Systeme der Erde geliefert und wichtige Fragen über den Beitrag des Ozeans zu und die Reaktion auf Umweltstörungen aufgeworfen. Welche Hinweise sie jedoch auf die ökologische Zukunft der Erde liefern, ist noch immer unklar. Dafür sind umfangreichere Studien erforderlich, wie Forschende jetzt in einem Kommentar schlussfolgern, den die Fachzeitschrift Paleoceanography and Paleoclimatology veröffentlicht hat.

Bohrkerne, die im Zuge internationaler wissenschaftlicher Bohrprogramme gewonnen wurden, zeichnen die klimatische Vergangenheit der Erde nach. Dabei spielt der Pazifische Ozean, das größte und tiefste Ozeanbecken der Erde, eine zentrale Rolle für den globalen Kohlenstoffkreislauf. Doch trotz seines enormen Einflusses stammt vieles, was Forschende über den tropischen Pazifik der geologischen Vergangenheit wissen, aus nur einer Handvoll mehr oder weniger kontinuierlichen Sedimentkernaufzeichnungen, die in den vergangenen 50 Jahren gewonnen wurden.

„Es ist leicht zu vergessen, dass zwei Drittel unseres Planeten mit salzigem Meerwasser bedeckt sind, vor allem, wenn man nicht in Küstennähe lebt", sagt Co-Autor Dr. Thomas Westerhold vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. „Der Pazifik ist nicht nur mit Abstand der größte und damit klimarelevanteste Ozean, sondern auch der am wenigsten erforschte.“

Daher wurde im Oktober 2024 ein internationaler Workshop organsiert, um Forschungsfragen zu sammeln und zu priorisieren, die am effektivsten durch die Untersuchung alter Sedimente vom Meeresboden des Pazifischen Ozeans beantwortet werden könnten. In dem Artikel fassen sie die Ergebnisse des Workshops zusammen. Sie weisen darauf hin, dass koordinierte internationale und interdisziplinäre Anstrengungen erforderlich sind, um die Forschung im Pazifischen Ozean voranzutreiben und zu erweitern.

Originalpublikation:

Pacific Highs Working Group, Elizabeth M. Griffith, Thomas Westerhold: Pacific Highs: A treasure trove of past warm climate archives. Paleoceanography and Paleoclimatology (2025). DOI: 10.1029/2025PA005133

https://doi.org/10.1029/2025PA005133

Kontakt:

Dr. Thomas Westerhold
MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
Telefon: 0421 218-65672
E-Mail: [Bitte aktivieren Sie Javascript]