Führende Rolle Deutschlands im Meeresschutz

Erfolgreiche Meereskonferenz und positive Evaluation der Deutschen Allianz Meeresforschung

12.05.2025
"Lebendige Meere" standen im Fokus bei der ersten Nationalen Meereskonferenz in Berlin. Spannende Podiumsdiskussionen, Impulsvorträge und Projektvorstellungen geben meerespolitischen Themen eine Bühne. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; S. Groscurth
"Lebendige Meere" standen im Fokus bei der ersten Nationalen Meereskonferenz in Berlin. Spannende Podiumsdiskussionen, Impulsvorträge und Projektvorstellungen geben meerespolitischen Themen eine Bühne. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; S. Groscurth

Zur ersten Nationalen Meereskonferenz kamen etwa 400 Personen am 6./7. Mai 2025 in Berlin zusammen, darunter hochrangige Vertreter:innen aus der internationalen Meerespolitik, aus der Bundes- und Landespolitik, aus der Wissenschaft, von Unternehmen, Verbänden und Verwaltungen. Unter dem Titel „Lebendige Meere“ wurden gemeinsam Lösungen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Ozeane diskutiert.

 

Zum Auftakt der Konferenz würdigte der UN-Sonderbeauftragte für den Ozean, Peter Thomson, die deutsche Vorreiterrolle: „Deutschland ist ein wichtiger Player im Meeresschutz und hat internationale Prozesse wie das Hochseeschutzabkommen, den Vorsorgeansatz unter der Internationalen Meeresbodenbehörde und die Verhandlung des Abkommens gegen Plastikvermüllung entscheidend vorangebracht.“ Die ehemalige Bundesumweltministerin Steffi Lemke betonte in ihrer Abschiedsrede, dass Meeresschutz jedoch auch ein Sicherheitsthema sei, nicht nur für Natur, Umwelt und Klima, sondern auch im geopolitischen Sinne.

Ein weiteres Vorzeigeprojekt Deutschlands ist die missionsorientierte Forschung, die von der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) gefördert wird. Derzeit werden in drei Forschungsmissionen die Themen „Meere als Kohlenstoffspeicher“, „Meere schützen und nachhaltig nutzen“ und „Marine Extremereignisse und Naturgefahren“ adressiert. Am zweiten Tag der Meereskonferenz stellte Prof. Michael Schulz, ehem. Direktor des MARUM und stellvertretendes Vorstandsmitglied der DAM, die vier Eckpfeiler der missionsorientierten Forschung vor: Ambitioniertheit, also ehrgeizige und zugleich realistische Ziele, gesellschaftliche Relevanz, eine zeitliche Ausrichtung auf Dekaden und die Disziplinen-übergreifende Ausrichtung. Die DAM-Forschungsmissionen vernetzen relevante Forschungseinrichtungen mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Wissenschaftler:innen des MARUM sind innerhalb der Forschungsmissionen an den Projekten AIMS3, ElbeXtreme, RETAKE, MULTI-MAREX und sea4soCiety beteiligt. Zwischenergebnisse wurden auf der Nationalen Meereskonferenz in verschiedenen Vorträgen vorgestellt.

Die DAM wurde 2019 gemeinsam von den norddeutschen Bundesländern und dem Bund gegründet. Das MARUM gehört zu den Gründungsmitgliedern, inzwischen besteht die DAM aus 25 Mitgliedseinrichtungen. Die kürzlich abgeschlossene externe Evaluation würdigt die außerordentliche Leistung der DAM, die „als zentrale Plattform für die deutsche Meeresforschung Alleinstellungscharakter in der deutschen Forschungslandschaft hat“. Hervorgehoben wurde auch die wichtige Rolle „zur Koordinierung und strategischen Weiterentwicklung der deutschen Meeresforschung“. Besonders positiv bewertete die Evaluationskommission außerdem die durch die DAM gestärkte Zusammenarbeit zwischen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Das positive Evaluationsergebnis spiegelt sich im neuen Koalitionsvertrag wider, der die Verstetigung der DAM vorsieht: ein wichtiges Zeichen und notwendiger Schritt, um Deutschlands führende Rolle im Meeresschutz auszubauen.

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