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Bildungsprojekt "Klima-ich wandle mich!"

Handlungs-Kompetenzen stärken, Zukunft gestalten - neue BNE-Bausteine und Klimabildungsmodule für Schulen

30.10.2025
Landesinstitut für Schule (LIS) in Bremen
Am 8. Oktober 2025 fand im Landesinstitut für Schule (LIS) der dritte und zugleich letzte Fachtag der Initiative statt.
Foto: biz/Frank Neßlage

Anfang Oktober fand der dritte und zugleich abschließende Fachtag der Länderinitiative für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) des Landes Bremen statt. Im Rahmen der Initiative wurden BNE-Unterrichtsbausteine zu verschiedenen Themen entwickelt. Diese stehen nach Abschluss des Programms im Dezember Lehrenden und Multiplikator:innen zur Verfügung stehen. Das MARUM Schulprojekt "Klima-ich wandle mich!" ist als außerschulischer Bildungspartner dabei!

 

Schule sollte Menschen befähigen, die Gesellschaft mitzugestalten, Veränderungen mit Resilienz zu begegnen und Entwicklungen mutig, partizipativ und verantwortungsvoll zu gestalten. Wissen allein genügt dafür nicht – mit diesen Gedanken eröffnete Torsten Klieme, Staatsrat beim Senator für Kinder und Bildung, den dritten Fachtag der BNE-Länderinitiative des Landes Bremen.

Ziel dieser Länderinitiative ist es, Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) als zukunftsgerichtetes Bildungsprinzip in die praktischen Phasen der Lehrkräfteausbildung im Bundesland Bremen zu implementieren.

Als außerschulischer Bildungspartner unterstützt das MARUM Schulprojekt „Klima-ich wandle mich!“ (KIWM) im MARUM UNISchullabor an der Universität Bremen mit Bremer und Bremerhavener Pilot- und Projektschulen die Umsetzung dieser Initiative – inhaltlich, strukturell und mitgestaltend.

Die Bildungsinitiative wird seit 2023 vom Bildungsressort des Landes Bremen geleitet und vom Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (BIZ) koordiniert. Gefördert wird das Projekt von Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung und der Herz-Stiftung.

„Wir sprechen BNEmisch“

Am 8. Oktober 2025 fand im Landesinstitut für Schule (LIS) der dritte und zugleich letzte Fachtag der Initiative statt.

Foto: biz/Frank Neßlage

Foto: biz/Frank Neßlage

Im Verlauf des Programms kamen Studierende, Wissenschaftler: innen verschiedener Fachdidaktiken der Universität Bremen, Lehrkräfte der KIWM-Schulen und Multiplikator:innen an den Fachtagen zusammen, um ein gemeinsames Grundverständnis für die Bedeutung von BNE im formalen Bildungssystem zu entwickeln – ebenso wie für zentrale Inhalte und deren praktische Umsetzung in der Schule.

Foto: biz/Frank Neßlage

Foto: biz/Frank Neßlage

Aus diesem Arbeitsprozess sind 14 BNE-Unterrichtsbausteine entstanden. Die digitalen Materialien werden für Schulen und Multiplikator:innen zum Abschluss der Programmlaufzeit im Dezember 2025 frei verfügbar sein. – mit dem Ziel, dass sie in zahlreichen Schulen Anwendung finden und mit ihren verschiedenen Themen Lehrende im Unterricht unterstützen und inspirieren. In diesem Rahmen werden auch Klimabildungsmodule aus dem MARUM Schulprojekt bereitgestellt.

BNE ist in Schule machbar

Dr. Michaele Lelke zeigte als Lehrerin an der Schule Am Leher Markt in ihrer Keynote eindrucksvoll und praxisnah, wie Schüler:innen durch handlungsorientierten Unterricht zu einem hinterfragenden, selbstwirksamen und forschenden Lernen motiviert werden können. In drei fest im Schulalltag verankerten Projekten „Schule im Zoo“, „NAT-AG“ und „KlimaKurs“ werden die Schüler:innen an verschiedene naturwissenschaftliche Themenbereiche und forschende Arbeitsweisen herangeführt. Im Verlauf der Kurse entwickeln sie – aus ihrem Alltag heraus und geleitet von ihren Interessen – eigene Fragen und finden darauf eigenständig Antworten. So haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, zusammen mit Lehrenden Kompetenzen zu entwickeln, um Wissen angesichts großer Herausforderung - wie Klimawandel, soziale Gerechtigkeit oder Digitalisierung – verantwortungsvoll ins Handeln zu übersetzen.

Die Oberschule in Bremerhaven ist eine der Pilotschulen des MARUM Schulprojekts. Der KlimaKurs wurde als mehrwöchiges Bildungsmodul entwickelt, an der Schule im Unterricht erprobt und entsprechend angepasst.

Foto: biz/Frank Neßlage

Foto: biz/Frank Neßlage

Foto: biz/Frank Neßlage

Foto: biz/Frank Neßlage

Zukunftsgerichtetes und gestaltendes Lernen braucht Perspektivwechsel

Dr. Karoline Henriette Heyder (Didaktik der romanischen Sprachen / Französisch an der Universität Bremen) betont in ihrem Vortrag die Notwendigkeit des Perspektivwechsels. Wenn Schule Kindern und Jugendlichen die unterschiedlichen Kompetenzen für das Verständnis und die Mitgestaltung globaler und gesellschaftlicher Fragen vermitteln möchte, braucht es die Übung des Perspektivwechsels. Der Blick vom Lokalen, bzw. der eigenen Person, ins Globale – und wieder zurück – macht deutlich, wie eng gesellschaftliche, ökologische, politische, kulturelle und wirtschaftliche Prozesse miteinander verbunden sind – und dass individuelles Handeln Teil einer Veränderung des Systems sein kann.

Der Fremdsprachenunterricht kann hierzu einen Beitrag leisten, da in ihm maßgeblich interkulturelle Kompetenzen gefördert werden. Einblicke in andere Sprachen und Kulturen ermöglichen nicht zuletzt, das eigene Handeln und Denken zu reflektieren und Alternativen abzuwägen.

BNE entsteht durch Zeit und gemeinsame Ziele – im Prozess

Der Begriff BNE ist vielschichtig und wird oft abstrakt verwendet. In der Bremer Initiative wird er durch konkrete Arbeit mit Inhalten gefüllt. Durch Impulsvorträge, Workshops, Diskussionen und Austausch entwickelten die Teilnehmenden Ideen zur Umsetzung in Schule und außerschulischen Bildungsorten.

Foto: biz/Frank Neßlage

Foto: biz/Frank Neßlage

BNE auf den Weg in die Strukturen der

Bremer Bildungslandschaft

Neben der laufenden Erprobung des Bremer Orientierungsrahmen BNE in vier Schulen, plant das Landesinstitut für Schule, BNE als zukunftsorientiertes, interdisziplinäres und fächerverbindendes Bildungsprinzip in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung einzubinden. Diese Perspektive betonte Stephan Rademacher, Direktor des Landesinstituts, bereits zu Beginn des BNE-Fachtages.

Das außerschulisches Bildungsprojekt „Klima-ich wandle mich“ am MARUM, Universität Bremen wird diesen Prozess weiterhin aktiv in und mit den Schulen mitgestalten.

 
Abbildung zeigt