MagellanPlus-Workshops zum Thema „Tiefseebohrungen im 21. Jahrhundert“ am MARUM

07.11.2024
Gruppenbild der Dozent:innen und Teilnehmenden des zweiten MagellanPlus-Workshops am MARUM. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; V. Diekamp
Gruppenbild der Dozent:innen und Teilnehmenden des zweiten MagellanPlus-Workshops am MARUM. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; V. Diekamp

Der Erfolg von mehr als 55 Jahren wissenschaftlicher Ozeanbohrungen im Rahmen des International Ocean Discovery Program (IODP) und seiner Vorgängerprogramme hat der wissenschaftlichen Gemeinschaft eine Fülle von Bohrkernen, Proben und Analysedaten beschert, die in den IODP-Kernlagern und -Datenbanken gespeichert sind. Dank der Fortschritte bei geowissenschaftlicher Spezialsoftware ist es nun möglich, digitale Abbilder von Bohrkernen zu erstellen und diese als primäre Datenquelle zu nutzen. Diese „virtuellen Kerne“ und die von ihnen abgeleiteten Daten werden nun im Rahmen von Workshops mit der erneuten Beschreibung und Analyse der physischen Kerne verbunden, die in den drei Kernlagern der Ozeanbohrprogramme gelagert sind.

 

In dieser Woche findet im Bremer Bohrkernlager am MARUM der zweite Workshop zum Thema „21st Century Drilling: Building capacity in the digital domain using scientific ocean drilling legacy material“ statt, der wie der erste Workshop im April 2024 im Rahmen des ECORD MagellanPlus-Programms finanziell unterstützt wurde. Bei diesen miteinander verbundenen Workshops arbeiten Gruppen internationaler Wissenschaftler:innen zusammen, um bewährte Vorgehensweisen für die Kombination von digitalen und kuratorischen Aktivitäten zu erforschen, um die Kapazität wissenschaftlicher Meeresbohrungen im digitalen Bereich zu verbessern.

Im Rahmen der Workshop-Reihe haben sich jetzt in Bremen internationale Forschende getroffen, bildeten Teams für Biostratigraphie, Kernbeschreibung und geochemisch-physikalische Eigenschaften, sowie ein digitales Team, das alle drei Themen abdeckte. Die Teams setzten sich sowohl aus erfahrenen Wissenschaftler:innen als auch aus Nachwuchsforschenden zusammen und umfassten sowohl Teilnehmenden mit früherer (Schiffs-)Erfahrung als auch solche, die bisher noch keine Gelegenheit hatten, an einer IODP-Expedition oder -Aktivität teilzunehmen.

Die beiden MagellanPlus-Workshops waren Teil eines umfassenderen Projekts, das sich auf die Aufarbeitung von vorhandenem Kernmaterial in den IODP-Kernlagern in den USA, Japan und Deutschland konzentriert.

Das Organisationskomitee der MagellanPlus 21st Century Drilling Workshop-Serie besteht aus Anna Joy Drury, Ulla Röhl, Beth Christensen, Gerald Auer und Thomas Westerhold.