Unterwassergleiter-Kameramodul erfolgreich getestet

15.05.2025
Das Team vor Ort testet den Unterwassergleiter in einem Wasserbecken. Foto: Carlos Barrera
Das Team vor Ort testet den Unterwassergleiter in einem Wasserbecken. Foto: Carlos Barrera

Bei Tests vor der Küste Gran Canarias wurde erstmalig das MARUM Glider Seafloor Imaging Modul unter Tiefseebedingungen eingesetzt. Bei dem Kameramodul handelt es sich um einen Prototyp, der im Rahmen des EU-Projektes Mission Atlantic am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften entwickelt wurde. Das Projekt Mission Atlantic hat die Kartierung, Charakterisierung und Bewertung des gegenwärtigen und künftigen Zustands der atlantischen Meeresökosysteme zum Ziel.

 

Für die Erprobung des Kameramoduls arbeitet das Team eng mit Kolleg:innen der Plataforma Oceánica de Canarias (PLOCAN) zusammen. Forschende setzen schon lange auf den Einsatz von Unterwassergleitern, die in der Wassersäule Daten erfassen. Neu bei dieser Kooperation ist aber, dass nun auch Aufnahmen vom Ozeanboden gemacht werden können.

Für den Einsatz wurde das Kameramodul in einen Slocum G3 Unterwassergleiter integriert. Es verfügt neben einer besonders lichtempfindlichen und hochauflösenden Kamera über eine autarke Stromversorgung, eigene Beleuchtung und einen laserbasierten Entfernungsmesser.

Die Annäherung des Unterwasserfahrzeugs an den Meeresboden, die Bildaufnahme und die Beleuchtung wurden zuerst in Küstennähe getestet. Als finale Demonstration operierte das Fahrzeug über einen Zeitraum von rund 48 Stunden unterbrechungsfrei im tieferen Wasser. Während dieser Tauchgänge wurden Bilder vom Meeresboden in einer Wassertiefe von mehr als 450 Meter aufgenommen.

„Perspektivisch soll mit dem Kameramodul für Unterwassergleiter eine nachhaltige und kosteneffiziente Plattform mit einer Einsatzdauer von mehreren Wochen geschaffen werden“, sagt Daniel Gregorek, der die Tests vor Ort begleitet hat. Das neue Modul kann zum Beispiel genutzt werden, um Sedimente am Ozeanboden zu erkennen, marine Ökosysteme zu beobachten und akustische Meeresbodenklassifizierungen zu validieren.

Abbildung zeigt Erst nach den erfolgreichen Beckentests wird das Fahrzeug im Freiwasser ausgesetzt – zuerst aber noch mit einer Sicherheitsleine verbunden. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; D. Gregorek

Erst nach den erfolgreichen Beckentests wird das Fahrzeug im Freiwasser ausgesetzt – zuerst aber noch mit einer Sicherheitsleine verbunden. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; D. Gregorek