Kaltwasserkorallen vor Neuseeland
Die Gewässer um Neuseeland gelten als ein Hotspot für Kaltwasserkorallen. Kaltwasserkorallen gelten auch als Architekten der Tiefsee, da sie mit ihren Korallenhügeln große Strukturen auf dem Meeresboden bilden. Hauptgerüstbildner wie Goniocorella dumosa, Madrepora oculata und Solenosmilia variabilis prägen diese sensiblen Lebensräume. Trotz ihrer Bedeutung sind die Vorkommen bisher kaum erforscht. Die CoralNewZ-Expedition unter Fahrtleitung von Prof. Dr. André Freiwald von Senckenberg am Meer kombiniert modernste Technologien – darunter Fächerecholot, ferngesteuerte Tiefseetauchroboter (ROV) und molekulargenetische Methoden – , um die Korallenlebensräume im Detail zu untersuchen und ihre Wechselwirkungen mit Umweltfaktoren zu verstehen. Gemeinsam mit dem MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und dem NIWA (National Institute of Water and Atmospheric Research) aus Neuseeland verfolgt das Team an Bord der SONNE das Ziel, die Vielfalt und Funktionalität dieser Ökosysteme zu erfassen und die langfristigen Einflüsse klimatischer Veränderungen zu analysieren.
Mit an Bord ist auch der Tauchroboter MARUM-SQUID, der in die Tiefseeökosysteme hinabtaucht. Sofern es die Witterung zulässt, können die Tauchgänge live im Internet verfolgt werden (über marumTV bei Youtube).
Während der einmonatigen Ausfahrt auf dem Forschungsschiff SONNE werden die Forschenden aktuelle Lebensräume der Korallen kartieren und analysieren sowie die Vergangenheit dieser Ökosysteme anhand von Sedimentkernen und fossilen Korallen rekonstruieren, um das Verhalten dieser Ökosysteme unter unterschiedlichen Klimabedingungen zu verstehen. Die Expedition ist demnach ein wichtiger Schritt, um zu erfassen, wie sich Umweltveränderungen – insbesondere Klimaschwankungen – auf die Vitalität von Kaltwasserkorallen im Südwest-Pazifik ausgewirkt haben und auch künftig auswirken könnten.