In ihrem Grußwort betonte Kathrin Moosdorf, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, wie wichtig es sei, „dass wir uns mit den drängenden Fragen des Klimawandels auseinandersetzen und dazu gemeinsam Lösungen entwickeln. Und dass wir trotz vieler weiterer Probleme den Klimawandel nicht klein reden. Denn die Forschung zeigt uns eindeutig: Dies ist er nicht.“ Das Thema Küsten- und Hochwasserschutz sei insbesondere für die Bremer:innen existentiell, die so nah am Meer wohnten.
Der erste Impulsvortrag von Prof. Ben Marzeion, MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften und Institut für Geographie der Universität Bremen, gab wissenschaftliche Hintergründe zum Meeresspiegelanstieg und zeigte, dass es aufgrund des steigenden Meeresspiegels bereits jetzt zu Einschränkungen in Bremen bei der Hinterlandentwässerung kommt. Dr. Rita Seiffert von der Bundesanstalt für Wasserbau ging darauf ein, dass sich der Anstieg auf ganz verschiedene Bereiche auswirkt, beispielsweise die Durchfahrtshöhe unter Brücken, wassernahe Infrastruktur, das Eindringen von Salz ins Grundwasser, aber auch Ökosystemen beeinträchtigen kann.
Auf dem Podium saßen Marion Langenbach von der Senatorischen Behörde für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Lena Lankenau von bremenports GmbH & Co. KG, Prof. Dr. Ben Marzeion, Universität Bremen, und Prof. Dr. Gudrun Massmann von der Universität Oldenburg. Sie hoben hervor, dass das menschliche Handeln die Auswirkungen noch verstärken kann, besonders wenn die CO2-Emissionen nicht ausreichend gemindert werden. Der technische Küstenschutz habe seine Grenzen, daher müssten rechtzeitig Handlungsoptionen entwickelt werden, nicht zuletzt aus Verantwortung gegenüber späteren Generationen.
Insgesamt nahmen knapp 80 Personen an der dritten Auflage von „MARUM im Dialog“ teil. Im Herbst wird die Reihe fortgesetzt und eine weitere Klimafolge für Bremen thematisieren. Ziel der Dialogreihe ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem MARUM und angrenzenden Disziplinen politischen Entscheidungsträger:innen verständlich zur Verfügung zu stellen und darüber den Wissenstransfer zu ausgewählten Themen zu verstärken.