IODP³-NSF-Expedition 501: Erfolgreiche Offshore-Phase als Startschuss für Laborphase am MARUM

14.01.2026
Bereits an Bord wurde jeder Kern kuratiert und gekennzeichnet, jetzt geht es in Bremen an die Probennahme. Foto: LEBER (at) ECORD_IODP3_NSF
Bereits an Bord wurde jeder Kern kuratiert und gekennzeichnet, jetzt geht es in Bremen an die Probennahme. Foto: LEBER (at) ECORD_IODP3_NSF

74 Tage auf der Bohrplattform vor der Küste Neuenglands, 718 Bohrkerne, insgesamt 871,83 Meter Bohrkern von drei Standorten – das ist das erste Ergebnis nach Abschluss der Offshore-Phase der IODP³-NSF-Expedition 501 „New England Shelf Hydrogeology”. Das Wissenschaftsteam trifft sich nun im MARUM, um die Bohrkerne zu untersuchen und vier Wochen lang Proben zu entnehmen.

 

Das Ziel der Expedition bestand nicht nur darin, Proben vom Ozeanboden zu entnehmen, indem Sedimentkerne geborgen wurden, sondern auch Proben des in den Sedimenten gespeicherten Wassers zu entnehmen, sowohl aus sandigen Grundwasserleitern als auch aus tonigen Grundwasserstoppschichten unter dem Ozeanboden. Ihre Existenz ist seit Jahrzehnten bekannt, aber sie blieben bisher praktisch unerforscht – bis jetzt.

Die Expedition ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Bohrprogramm International Ocean Drilling Programme (IODP³) und der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF). Zum ersten Mal ist es Wissenschaftler:innen gelungen, Wasser- und Sedimentproben zu entnehmen, um dieses Offshore-Grundwassersystem zu erforschen.

Während des Offshore-Teils der Expedition wechselten sich die Forschenden auf dem Liftboat Robert ab, transportiert per Hubschrauber oder Versorgungsschiff. Jetzt fahren sie einfach mit der Straßenbahn oder dem Bus zu den Laboren der Universität Bremen. Gemeinsam werden sie die gesammelten Sedimentkerne der Länge nach zerteilen, untersuchen und analysieren. Die Kerne werden archiviert, und nach einem einjährigen Moratorium für die internationale, wissenschaftliche Gemeinschaft für weitere Forschungen zugänglich gemacht. Alle Expeditionsdaten werden im Datenportal in PANGAEA frei zugänglich sein und die Ergebnisse veröffentlicht.

Weitere Informationen:

Logo IODP3 501
Ein Teil der 718 Bohrkerne liegt schon parat im Bremer Bohrkernlager. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; U. Röhl

Ein Teil der 718 Bohrkerne liegt schon parat im Bremer Bohrkernlager. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; U. Röhl