Erste Ergebnisse der Forschungsfahrt MSM131

14.11.2024
Ein Wasserspiegel unter einer Flanche von Yggdrasil. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
Ein Wasserspiegel unter einer Flanche von Yggdrasil. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Gut sechs Wochen lang war das Forschungsschiff MARIA S. MERIAN mitsamt Crew im Nordatlantik unterwegs, um unter der Leitung des MARUM-Wissenschaftlers Prof. Gerhard Bohrmann das 2022 entdeckte Hydrothermalfeld Jøtul zu untersuchen. Ziel der Forschenden war es herauszufinden, wie groß das Feld und wie intensiv die hydrothermale Aktivität ist. Die ersten Analysen zeigen: Das Feld ist eine ungewöhnlich große Methan-Quelle.

 

An hydrothermalen Quellen entstehen Schornstein-ähnliche Gesteinsgebilde, die auch je nach Farbe schwarze und weiße Raucher genannt werden, aus denen circa 300 Grad Celsius heiße Fluide austreten. Die Fluide sind reich an Mineralen und haben deswegen oft dunkle Färbungen, die ihnen die Erscheinung von austretendem Rauch geben. Forschende aus den Bereichen der Geologie, Ozeanographie, Biologie und Chemie waren an Bord der MARIA S. MERIAN, um gemeinsam das Jøtul-Feld zu erforschen. Für sie war es wichtig zu verstehen, aus welchen Stoffen die Schornsteine der Raucher bestehen und wie sie sich bilden.

Mit dem Tauchroboter MARUM-QUEST wurden in 3.000 Metern Tiefe Gesteins-, Fluid- und Gasproben gezielt beprobt. Anhand der gewonnenen Proben lässt sich schon jetzt sagen, dass das Hydrothermalfeld eine der größten bis jetzt entdeckten natürlichen Methan-Quellen ist. Neben dem Jøtul-Feld als Methan-Super-Quelle konnten die Wissenschaftler:innen miterleben, wie schnell sich der Schornstein eines aktiven Rauchers bildet und in die Höhe wächst. Innerhalb von fünf Tagen wuchs ein eingestürzter Raucher um mehr als einen Meter nach. „Da die heißen Fluide an ihrer unmittelbaren Austrittsstelle kontinuierlich zu metallischen Mineralausfällungen führen, werden die Schornsteine mit der Zeit sehr kopflastig und brechen nach einer Weile zusammen. Dies führt zur Anhäufung von Mineralschutt am Meeresboden, den wir in zahlreichen Hügeln im Jøtul-Feld angetroffen haben“, berichtet Gerhard Bohrmann.

Die gesammelten Proben und Daten werden jetzt in Bremen ausgewertet und weiterverarbeitet. Somit wird die Forschung über das Jøtul-Feld die Wissenschaftler:innen des MARUM weiter bis in das nächste Exzellenzcluster begleiten.

Mehr Informationen zur Expedition MSM131

Die Hydrothermalquelle Gyme. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Die Hydrothermalquelle Gyme. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Reise MSM131 - mit freundlicher Genehmigung von BRIESE RESEARCH

Niddog-Hydrothermalfeld mit Amphipoden. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Niddog-Hydrothermalfeld mit Amphipoden. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Röhrenwürmer mit mikrobiellen Filamenten. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Röhrenwürmer mit mikrobiellen Filamenten. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Yggrasil-Schlot. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Yggrasil-Schlot. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Verschiedenste mikrobielle Materialien im Niddog. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Verschiedenste mikrobielle Materialien im Niddog. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Die Hydrothermalquelle Fenris. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Die Hydrothermalquelle Fenris. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen