Internationaler Frauentag am MARUM: Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und Fortschritt

08.03.2025
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Am 8. März feiern Menschen weltweit den Internationalen Frauentag – ein Tag, der die Errungenschaften von Frauen in Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik würdigt und gleichzeitig auf bestehende Ungleichheiten hinweist. Auch am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen möchten wir diesen Anlass nutzen, um die wertvolle Arbeit unserer Kolleginnen sichtbar zu machen und das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft zu stärken.

 

Frauen am MARUM: Ein Blick hinter die Kulissen

Eine besondere Videocollage stellt die beeindruckenden Leistungen der Frauen am MARUM in den Mittelpunkt. Kurze Clips zeigen unsere Kolleginnen in Aktion und unterstreichen die zentrale Rolle, die Frauen in unserem Institut spielen.

Darüber hinaus nehmen wir den Internationalen Frauentag zum Anlass, einen genaueren Blick auf die Geschlechterverteilung innerhalb unseres Teams zu werfen – und wie sich diese in den vergangenen neun Jahren (2015–2024) verändert hat.

Geschlechterverteilung am MARUM: Fortschritte und Herausforderungen

Die Mitarbeitenden am MARUM lassen sich in fünf Gruppen einteilen:

  • Wissenschaftliches Personal (Doktorand:innen, befristete Postdoktorand:innen, unbefristete Forschende)
  • Technisches Personal
  • Verwaltungspersonal

Professor:innen sind in den zwölf Fachbereichen der Universität Bremen angestellt und werden in dieser Analyse nicht berücksichtigt.

Einblick in die Geschlechterverteilung über alle Statusgruppen am MARUM hinweg. Grafik: Alice Lefebvre

Einblick in die Geschlechterverteilung über alle Statusgruppen am MARUM hinweg. Grafik: Alice Lefebvre

 

Die aktuelle Geschlechterverteilung zeigt:

  • In der Verwaltung arbeiten derzeit ausschließlich Frauen (2015 gab es noch einen männlichen Mitarbeiter).
  • Im technischen Bereich sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert: Etwa ein Viertel des Teams sind Frauen, wobei ihr Anteil in den vergangenen Jahren leicht gestiegen ist.
  • Das wissenschaftliche Personal bildet mit 60 Prozent die größte Gruppe. Hier ist der Frauenanteil in allen Kategorien seit 2015 gestiegen. Die Mehrheit der promovierten Forschenden am MARUM sind mittlerweile Frauen. Allerdings sind Frauen unter den befristeten Postdoktorandinnen weiterhin in der Minderheit (43 Prozent Frauen gegenüber. 55 Prozent Männer). Besonders auffällig: Der Anteil der Frauen unter den unbefristeten Wissenschaftlerinnen beträgt lediglich ein Drittel. Dies verdeutlicht die sogenannte „leaky pipeline“ – das Phänomen, dass Frauen auf dem Weg zu höheren akademischen Karrierestufen überproportional ausscheiden.

Unser Engagement für mehr Geschlechtergerechtigkeit

Trotz positiver Entwicklungen bleiben Herausforderungen bestehen. Wir setzen uns weiter dafür ein, Frauen und geschlechtliche Minderheiten auf ihrem akademischen Karriereweg zu unterstützen und eine bessere Balance in traditionell geschlechtsspezifischen Berufsfeldern zu fördern. Ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung an der Universität Bremen ist die Möglichkeit, das eigene Geschlecht selbst zu bestimmen, anstatt sich an offizielle Dokumente zu halten, die möglicherweise nicht der persönlichen Identität entsprechen.

Maßnahmen für mehr Gleichstellung am MARUM

Dank des Engagements unserer Frauenbeauftragten und den Unterstützungsangeboten für Nachwuchswissenschaftler:innen gibt es bereits eine Vielzahl von Initiativen, darunter:

  • Beratung zu familienfreundlichen Unterstützungsangeboten,
  • das „women@MARUM“-Netzwerktreffen für weibliche und nicht-binäre Mitarbeitende – mit Themen wie „Unangemessenes Verhalten und sexuelle Übergriffe auf See und während der Feldarbeit“, „Geschlecht ist ein Spektrum“ oder „Alltagssexismus“,
  • Mitwirken in Einstellungsverfahren, um transparente und faire Auswahlprozesse zu gewährleisten,
  • Organisation von geschlechtsspezifischen Veranstaltungen, etwa die Filmvorführung von „Picture a Scientist“ oder Vorträge zu geschlechtergerechter Sprache in Stellenausschreibungen.

Unser Ziel: Ein inklusives und gerechtes Arbeitsumfeld

Der Internationale Frauentag erinnert uns daran, dass wir bereits Fortschritte gemacht haben – aber auch daran, dass noch viel zu tun bleibt. Am MARUM setzen wir uns dafür ein, eine Umgebung zu schaffen, in der alle Geschlechter gleiche Chancen haben. Denn nur mit Vielfalt und Chancengleichheit kann Wissenschaft ihr volles Potenzial entfalten.

 

Am MARUM kümmert sich ein Kollektiv um die Gleichstellung. Denn auch wenn es laut Bremischem Hochschulgesetz Frauenbeauftragte heißt, geht es um die Beratung und Gleichstellungsbelange aller Forschenden und Studierenden.

Zum Frauenbeauftragten-Kollektiv gehören Rebecca Jackson, Maria Toyos Simón and Alice Lefebvre. Sie wurden im Januar 2025 für drei Jahre gewählt und beraten und unterstützen beim Ziel, bestehende geschlechtsspezifische Ungleichheiten abzubauen.

v.l.n.r. Rebecca Jackson, Maria Toyos Simón, Alice Lefebvre (Foto: Jonas Ginter, WFB Bremen)

v.l.n.r. Rebecca Jackson, Maria Toyos Simón, Alice Lefebvre (Foto: Jonas Ginter, WFB Bremen)