Auf Spurensuche im Mittelmeer: Expedition FRINGE II mit der METEOR
An sogenannten konvergenten Plattenrändern, wo Erdplatten aufeinandertreffen und eine unter die andere abtaucht, ist der Bereich der eigentlichen Subduktionszone durch unterschiedliche Prozesse bislang nur unzureichend erforscht. Genau dieser Übergangsbereich steht im Mittelpunkt der Expedition.
Das Forschungsteam, unter der Fahrtleitung von Prof. Dr. Gerhard Bohrmann, untersucht den landwärtigen Akkretionskomplex entlang markanter Störungssysteme, in denen frühere Studien Hinweise auf tiefwurzelnden Schlammvulkanismus und Austritte von Fluiden am Meeresboden gefunden haben. Diese Sedimente stammen vermutlich aus Tiefen, die bis in den Subduktionskanal oder den hydratisierten Mantelkeil unter Kreta reichen – also aus Bereichen, in denen die Afrikanische Platte unter die Eurasische abtaucht.
Um diese Prozesse besser zu verstehen, werden mit dem autonomen Unterwasserfahrzeug MARUM AUV SEAL5000 und dem ferngesteuerten ROV KIEL6000 gezielt Austrittsstellen von Tiefenschlamm und sogenannte Cold Seeps am Meeresboden untersucht. Ergänzend sind umfangreiche Sedimentbeprobungen, Wärmeflussmessungen und Laboranalysen geplant.
Die Expedition ist Teil des Bremer Exzellenzclusters „Der Ozeanboden – unerforschte Schnittstelle der Erde“ am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der dynamischen Prozesse an Plattengrenzen.
Das Team der Expedition M214 berichtet über die Fahrt und den Alltag an Bord in einem Expeditionslogbuch.