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Logbuch SO306
Expedition zu den Kaltwasserkorallen im West Indischen Ozean
Port Louis (Mauritius) - Durban (Südafrika)
West Indischer Ozean (Straße von Mosambik)
8. August bis 9. September 2024
Wo kommen Kaltwasserkorallen (KWK) im westlichen Indischen Ozean vor und wie sehen die Korallen-Ökosysteme dort aus?
Zum ersten Mal versucht ein Team von Forschenden am ostafrikanischen Kontinentalhang zwischen Tansania und Südafrika sowie bei den Komoren/Mayotte herauszufinden, wo Kaltwasserkorallen vorkommen, unter welchen Umweltbedingungen sie leben, wie viele verschiedene Arten in den Riffen leben und wie sich diese in der Zukunft entwickeln könnten.
Hierzu ist das internationale Team um die Fahrtleitenden Dr. Claudia Wienberg und Prof. Dr. Dierk Hebbeln vom 8. August bis 9. September 2024 mit dem Forschungsschiff SONNE auf Expedition im westlichen Indischen Ozean unterwegs. Dabei stützen sie sich auf historische Funde, aber auch auf aktuelle seismische Messungen in der Region.
Kaltwasserkorallen leben in den Tiefen der Ozeane, oft in mehreren hundert bis tausend Metern Tiefe. Sie wachsen langsam und bilden dennoch teils große Riffstrukturen. Anders als tropische Korallen benötigen sie kein Sonnenlicht, sondern fangen stattdessen mit ihren Tentakeln Plankton und andere organische Kleinstpartikel aus dem vorbei strömenden Wasser ein. Der Klimawandel und menschliche Aktivitäten bedrohen diese empfindlichen Ökosysteme. Es ist zwar bereits bekannt, dass es Kaltwasserkorallen im westlichen Indischen Ozean gibt, dennoch sind sie dort weitestgehend unerforscht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsfahrt SO306 wollen dies ändern.
Mithilfe des ferngesteuerten Unterwasserroboters ROV MARUM-SQUID sollen Foto- und Videoaufnahmen von den Korallen gemacht werden. Die Forschenden untersuchen dabei auch die Lebensräume und wollen die dortige Tierwelt detailliert erfassen. Dabei helfen ihnen auch hydroakustische Messgeräte wie Fächerecholote und ADCPs, Lander für Langzeituntersuchungen der Umweltbedingungen sowie diverse Geräte zur Sediment-, Wasser– und Planktonbeprobung.
Offizielle Wochenberichte der Expedition SO306
8. August 2024: Mobilisierung der wissenschaftlichen Besatzung in Port Louis, Mauritius
In der vergangenen Woche haben sich 37 Wissenschaftler:innen, die an der internationalen CoWIO-Expedition (SO-306) an Bord des FS Sonne teilnehmen, langsam auf den Weg nach Mauritius gemacht. Dieses afrikanische Land, das etwa 900 Kilometer östlich von Madagaskar im Südwesten des Indischen Ozeans liegt, wurde von Charles Darwin während der Beagle-Expedition besucht. Er beschrieb die Landschaft damals als eine Mischung aus den Galapagos-Inseln und Tahiti.
Die Insel ist durch viele Ebenen gekennzeichnet, teils durchbrochen von steilen, dicht bewaldeten Bergen. Rund um die Insel sind große Korallenriffe zu finden. Neben der großen Artenvielfalt und den zahlreichen endemischen Arten ist eine der Besonderheiten von Mauritius, dass hier einst der ikonische Dodo lebte, eine heute ausgestorbene Vogelart.
Einige der Expeditionsteilnehmenden hatten das Glück, schon vor der Einschiffung die Schönheit dieser Insel zu bewundern, die über die Landschaft und die Tierwelt hinausgeht. Die Mischung der Kulturen auf Mauritius spiegelt sich in der architektonischen Vielfalt und der abwechslungsreichen Küche wider.
Heute brechen 37 Wissenschaftler:innen aus 10 verschiedenen Ländern (darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Mosambik, die Niederlande, Russland, Südafrika, Spanien, die Schweiz und Tansania) von Port Louis auf, um im Bereich des Mosambik-Kanals Kaltwasserkorallen-Ökosysteme zu erforschen. Wir werden etwa drei Tage Transitzeit haben, bevor wir das erste Forschungsgebiet erreichen. Dort wird unser wissenschaftliches Team mit Hilfe von Meeresbodenkartierungen und Tauchgängen mit ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen die unbekannten vulkanischen Klippen und Seeberge um Mayotte auf der Suche nach Kaltwasserkorallenhabitaten erforschen.
Jetzt stechen wir in See... aber wir melden uns bald wieder mit weiteren Neuigkeiten zur Expedition!
11. August: Wir haben das Gefühl, dass wir etwas vergessen haben....
Während der Fahrt zu unserem ersten Arbeitsgebiet nutzen die verschiedenen Teams die Zeit, um ihre Ausrüstung und Geräte aufzubauen und einzurichten. Wir tun dasselbe und bereiten unsere Aquarien für Fütterungsexperimente mit Kaltwasserkorallen vor, die hoffentlich in der Biobox des ROV SQUID an Deck kommen werden. Die Besatzung hat bereits die Raumtemperatur für unser Kältelabor eingestellt, wir haben die Aquarien und die Kühler montiert, um das Wasser im Inneren für unsere Korallen kühl zu halten... fast bereit zum Start!
Doch selbst nach vielen Forschungsexpeditionen gibt es immer ein Teil, das in einer Schublade im Labor zuhause vergessen wird... brrr... die gute Nachricht ist, dass es an Bord auch IMMER eine Lösung für alles gibt!
Das ist uns gestern passiert! Als wir die Ein- und Auslässe der Kühler verschrauben wollten, stellten wir fest, dass die nötigen Verbindungsstücke fehlten... arghhh... wie konnte das passieren?!!!
Die meisten Leute erwarten in erster Linie Wissenschaftler:innen auf einer Forschungsreise zu sehen. Aber eine wissenschaftliche Expedition wäre ohne die Schiffsbesatzung und das technische Personal absolut unmöglich, sie sind ebenso wichtig wie die Wissenschaftler. Und das Gute an dieser Expedition ist, dass wir die perfekte Kombination verschiedener Fähigkeiten und Expertisen an Bord haben! Auf der Suche nach einer Lösung besuchten wir Tom, einen der Techniker des ROV-Teams, da wir dachten, dass er vielleicht Ersatzteile hat, mit denen wir unser Problem beheben könnten. Aber es kam noch besser: Tom war in der Lage, mit einem 3D-Drucker genau die Teile herzustellen, die wir benötigten!
Es ist großartig, so fantastische Teams an Bord zu haben, die immer bereit sind, zusammenzuarbeiten!
Jetzt sind wir bereit für die ersten Korallenproben!
Viele Grüße aus dem Indischen Ozean!
Andrea & Cova
13. August: Whale watching …
Für die Tage, an denen wir um die Insel Mayotte herum arbeiten, wurden wir gebeten, Meeressäuger und Meeresschildkröten in dieser Region zu beobachten. Dafür haben wir einen Schichtplan aufgestellt, bei dem immer zwei Personen sich im Beobachtungsraum in zweistündigen Schichten nach Walen umsehen – von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Dieser Beobachtungsraum befindet sich hoch oben auf dem Schiff, sogar noch über der Brücke. Der lange Weg nach oben über mehrere Treppen ist aber jede Mühe wert: Die Aussicht von da oben ist einfach grandios!
Obwohl „Whale watching“ zunächst vielversprechend klang, erwies sich die Suche nach Walen und Delfinen leider als nicht sehr ergiebig. Wir sind zwar mit großen Tafeln ausgestattet, auf denen die verschiedenen Walarten abgebildet sind, aber leider lassen sie sich kaum blicken. In drei ganzen Tagen hatten wir bisher nur zwei bestätigte Sichtungen eines Wals - in der Ferne - dafür auch immer mit einem Blas.
Spannender waren die Beobachtungen, die aus heiterem Himmel kamen. Als wir uns der Insel näherten, wurden wir plötzlich von einem Hubschrauber besucht, der zwei Runden um die SONNE drehte. Wir winkten den Piloten zu, sie winkten zurück - und dann verließen sie uns und flogen zurück zur Insel. Es folgte die Sichtung eines großen Fregattvogels, der über uns glitt, und eines Weißspitzenhais, der von einigen anderen Fischen begleitet wurde. Wir sahen auch Seevögel, die wie Pfeile ins Wasser schossen, um nach Fischen zu jagen. Nur die eine "Schildkröte", die wir sahen, entpuppte sich später als schwimmender Seetang. Leider sahen wir auch etwas treibenden Müll ...
Wir erwarten, dass wir später in diesem Monat noch Buckelwale vor der Küste Mosambiks sehen werden, die jeden Winter der südlichen Hemisphäre in dieses Gebiet ziehen. Dort paaren sie sich, gebären und ziehen ihre Kälber auf. Also, Daumendrücken für ein paar schöne Walbilder... und vielleicht sogar für eine echte Schildkrötensichtung.
Die ersten Walbeobachter eines jeden Tages müssen früh zum Sonnenaufgang aufstehen, wofür sie aber mit wunderschönen Sonnenaufgängen hinter der atemberaubenden Silhouette von Mayotte mit dem ikonischen Gipfel des Mont Chongui belohnt werden
14. August: Die Jungfernfahrt des neuen MARUM TV-gesteuerten Kastengreifers
Nun, der MARUM-Kastengreifer ist nicht wirklich neu, aber neu ist die Videokamera, die darauf installiert ist. Wenn wir auf früheren Fahrten Kaltwasserkorallen untersucht haben, fehlte uns immer die Möglichkeit, eine gezielte Probenahme mit dem Kastengreifer am Meeresboden vorzunehmen. Oft verpassten wir die gute Probe nur 2 m entfernt von dem Punkt, an dem der Kastengreifer den Meeresboden erreichte - aber bei der Probenahme mit dem Kastengreifer waren wir buchstäblich blind.
Heutzutage erscheint es ziemlich einfach, Kamerasysteme an allen möglichen Geräten zu installieren. Der Gedanke, eine Kamera am Kastengreifer anzubringen, lag also auf der Hand - aus der Sicht eines Wissenschaftlers. Ein Kastengreifer ist jedoch eine knifflige Sache, und die Installation eines Kamerasystems entwickelte sich zu einer echten Herausforderung für unsere Techniker.
Götz hat sich dieser Herausforderung gestellt, was ihm im Verlauf dieser Entwicklung einige weitere graue Haare einbrachte. Unterstützt von einigen MARUM-Kollegen und vor allem von Maik und Klaus, die jetzt auch mit an Bord sind, hat er einige Ideen entwickelt, wie man es machen könnte. Das Grundproblem ist, dass bei der Berührung des Meeresbodens und der Entnahme einer Probe mit dem Kastengreifer die Verbindung zum Stahldraht des Schiffes bis zu drei Meter länger wird. Kein Problem für die Stahldrähte - aber ein großes Problem für ein elektrisches Kabel, das zur Übertragung von Energie und Videosignalen dient. Es hat einige Zeit gedauert, einige Versuche, aber jetzt ist die gesamte Ausrüstung das erste Mal auf See…
Der Aufbau des Systems an Deck mit all den Kabeln und Drähten, die benötigt werden, war eine Aufgabe für gleich fünf Personen - zumindest in Vorbereitung auf den ersten Einsatz. Aber plötzlich war alles vorbereitet und wir konnten den TV-gesteuerten Kastengreifer auf seine Jungfernfahrt schicken. Wird es ein Videosignal geben, wenn er im Wasser ist? Hält es auch unter dem hohen Druck in fast 800 m Wassertiefe? Kann es wirklich verwendet werden, um den Kastengreifer an einer bestimmten Stelle zu positionieren? Nun, die Antwort ist ein dreifaches "JA"! Alle waren aufgeregt, als der Meeresboden auf dem Bildschirm erschien und als wir die Probenahmestelle auswählten. Und als auch die Probennahme keine Probleme mit der Videoübertragung machte, erfüllte ein lautes "Hurra" das Labor.
Das ist wieder so ein typischer Fall, in dem die Wissenschaftler eine – zumindest teilweise verrückte – Idee haben und sich dann aber doch eine technische Lösung finden lässt – Dank der Beharrlichkeit und Ausdauer unserer Techniker:innen…
16. August: Der erste Tauchgang
Nachdem wir die ruhigen Gewässer um Mayotte erreicht hatten, fuhr das Forschungsschiff SONNE gegen den Uhrzeigersinn um das ausgedehnte Barriereriff der Insel und hielt an der Südwestseite, wo der erste ROV-Tauchgang geplant war. MARUM-SQUID, unser ROV, ist ein unbemannter Tauchroboter, der von den ROV-Piloten von einem Labor aus an Bord gesteuert wird. Er ist mit diversen Kameras und Beprobungstools ausgestattet und kann bis zu einer Tiefe von 2.000 Metern hinabtauchen!
Beim Frühstück kurz vor dem Tauchgang war die Aufregung und Vorfreude bei allen deutlich zu spüren. Der Plan sah vor, zuerst zu einer schlucht-artigen Meereslandschaft auf etwa 950 Metern abzutauchen, die wahrscheinlich durch einen unterseeischen Erdrutsch entstanden war, um dann eine steile Klippe hinauf zu einem Plateau zu tauchen.
Alle versammelten sich im Konferenzraum, um die Live-Videoübertragung vom ROV zu verfolgen. Dann hieß es: warten! Weil das Einsatzgebiet so tief ist und das ROV an einer Winde hinuntergelassen wird, dauert es seine Zeit, bis wir den Meeresboden erreichten. Mit den vielen kleinen Partikeln, die auf dem Weg in die Tiefsee an der Kamera des ROV vorbeirauschen (Meeresschnee), fühlt es sich ein wenig an, als wären wir auf einer Raumfahrt im Weltall unterwegs. Und auch der erste Blick auf den Meeresboden sowie das Aufsetzen des ROV wirken wie bei einer Landung auf dem Mond.
Unten angekommen, konnten wir schon bald die ersten Tiefseekorallen beobachten – das Gebiet sieht also sehr vielversprechend aus! Wir tauchten entlang der vulkanischen Hänge und um riesige Felsblöcke herum und konnten die ersten Tiefsee-Proben einsammeln, wie zum Beispiel verschiedene Korallenarten und Schwämme. Wir waren alle sehr beeindruckt, wie schnell und präzise die ROV-Piloten mit dem roboterähnlichen Arm (Manipulator) von MARUM-SQUID selbst sehr fragile Organismen vorsichtig aufheben und sicher in der neu konstruierten Rotary Sampling Box verstauen können (Danke Tom!).
Interessanterweise lebte in fast allen Kaltwasserkorallen, die wir sahen, mindestens eine Krabbe. Diese Beobachtung ist ein Paradebeispiel dafür, dass Korallen so genannte Ökosystemingenieure sind und, ähnlich wie Bäume an Land, vielen anderen Arten ein Zuhause bieten. Aus diesem Grund werden diese Ökosysteme auch als „Marine Animal Forests“ (Marine Tierwälder) bezeichnet. Eine der entnommenen Korallen lebt derzeit in einem Aquarium an Bord, und es ist geplant, einige kleinere Experimente mit ihr vorzunehmen. Viele der von uns beprobten Arten konnten noch nicht auf Arten-Niveau identifiziert werden und sind eventuell sogar der Wissenschaft noch gänzlich unbekannt. Es bleibt spannend für die nächsten ROV-Tauchgänge!
17. August: Forschende und Techniker:innen aus Afrika und Europa an Bord der SONNE
Nach einigen Tagen an Bord beginnen wir, uns miteinander vertraut zu machen und erfahren viel über die Arbeit der verschiedenen Gruppen. Diese Expedition ist nicht nur multidisziplinär und verbindet die Disziplinen Geologie, Biologie und Ozeanographie, sondern auch sehr international, da unser Forschungsteam Wissenschaftler:innn und Techniker:innen aus verschiedenen afrikanischen und europäischen Ländern umfasst (in alphabetischer Reihenfolge): Deutschland, Frankreich, Italien, Mosambik, Niederlande, Russland, Schweiz, Spanien, Südafrika und Tansania.
Unsere geplanten Arbeiten in den kommenden Tagen konzentrieren sich auf die Kontinentalränder vor Tansania, Mosambik und Südafrika, und Wissenschaftler:innen aus diesen Ländern wurden eingeladen, mit ihrem spezifischen Wissen über diese Regionen zum Erfolg der CoWIO Expedition beizutragen. Dies ist eine sehr wertvolle Ergänzung. Saleh und Peter (Deep Sea Fishing Authority (DSFA), Sansibar) sind aus Tansania zu uns gestoßen. Sie sind Experten für Fischereibiologie, was bei der Identifizierung der Fischfauna des südwestlichen Indischen Ozeans anhand des ROV-Videomaterials eine große Hilfe sein wird. Ceiça und Rosario kommen aus Mosambik (Ozeanographisches Institut von Mosambik (InOM), Maputo). Ceiça ist Planktologin und übernimmt zusammen mit Dierk und Malte die Verantwortung für das Multinetz - ein Gerät zur Beprobung von Zooplankton in verschiedenen Wassertiefen. Rosario ist ein Experte für die Ökologie von Flachwasserkorallen vor Mosambik und ist besonders daran interessiert, neue Erkenntnisse über die Vielfalt der mosambikanischen Kaltwasserkorallengemeinschaften zu gewinnen. Zoleka aus Südafrika (Department of Forestry, Fisheries and Environment (DFFE), Kapstadt) ist ein Tiefseekorallen-Taxonomin, und das ist für eine Expedition wie diese, bei der Korallen zu den "Hauptdarstellern" gehören, ein absoluter Glücksgriff.
Kollegen aus Tansania, Mosambik und Südafrika an Bord zu haben, die ihr Wissen aus den ostafrikanischen Gewässern mit uns teilen, ist eine fantastische Gelegenheit, die bereits bestehende Kooperationen zu verstärken und neue aufzubauen. Gleiches gilt für die weiteren internationalen Kollegen, die ebenfalls mit ihrem Fachwissen zu unserer Expedition beitragen. Seit ihren Anfängen stützt sich die Forschung auf den (schriftlichen und mündlichen) Austausch von Ideen auf internationaler Ebene. Ein herausragendes Beispiel sind die mehr als 15.000 Briefe, die Charles Darwin mit Kollegen, Freunden und Familienangehörigen über seine Ideen, Gedanken und Theorien austauschte, und es wird davon ausgegangen, dass dieser aktive Gedankenaustausch in hohem Maße zur Entwicklung seiner Theorie zur Menschheitsentwicklung beigetragen hat. Hier an Bord haben wir die großartige Gelegenheit, Ideen und Arbeitsweisen auszutauschen. Der internationale Charakter der COWIO-Expedition macht es möglich, nicht nur unser wissenschaftliches Fachwissen auszutauschen, sondern auch bedingt durch die verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründe unsere unterschiedlichen Lebensweisen und Weltanschauungen, die diese Erfahrung einzigartig machen.
Schon nach wenigen Tagen intensiver Probenahme arbeiteten wir zusammen, tauschten Ideen, Material und Daten, verbrachten die Frühstücks-, Mittag- und Abendessenpausen zusammen und tauschten uns in vielen Gesprächen über unsere Forschung und über die Welt im Allgemeinen aus. All dies macht die Arbeit an Bord sehr angenehm und bereichernd!
Cova & Claudia
18. August: Sozialdynamik – Schnauzbärte erobern das Schiff
Es begann mit einem Vollbart, der zu einem Schnauzbart gestutzt wurde. Es folgte ein zweiter… Und dann setzte die soziale Dynamik ein, die so typisch ist für ein Forschungsschiff mit vielen verschiedenen Gruppen an Bord. Plötzlich wollten immer mehr dabei sein: Vollbärte wurden gestutzt, neue Schnauzbärte wachsen gelassen...
Für dieses besondere Ritual hat sich unter den 69 Mitgliedern der nautischen und wissenschaftlichen Besatzung eine beachtliche Gruppe motivierter „Seebären“ gefunden. Die Bereitschaft mag auch deshalb so groß gewesen sein, da eine große Chance besteht, dass bis zum Ende der Reise (fast) alle Spuren dieses Rituals wieder verschwunden sein können - falls es gewünscht ist. Im Moment sorgen die Schnauzbärte, egal ob mehr oder weniger gut gelungen, für so manch ein Schmunzeln, wenn man sich auf den engen Gängen des Schiffs begegnet.
Offensichtlich bietet die CoWIO Expedition nicht nur wissenschaftliche Herausforderungen, sondern auch ein ganz eigenes soziales Umfeld, welches das Leben hier auf dem Forschungsschiff SONNE prägt. Inmitten von ROV-Einsätzen, Messungen in der Wassersäule und Probennahmen am Meeresboden ist das Miteinander eine wichtige Komponente für den Erfolg so einer Forschungsmission. Und der zu beobachtende Drang zum Schnauzbart über alle Gruppen hinweg ist ein guter Hinweis darauf, dass hier auf der SONNE das Miteinander hervorragend funktioniert.
Viele Grüße von Bord der SONNE,
die Seebären (Malte, Finn, Tom, Guillem, Leo, André, Nico, Luis, Vincent, Fabian)
24. August: Was ist das?
Die Gewässer vor Tansania sollten unser erstes Arbeitsgebiet mit Kaltwasserkorallenhügeln sein. Solche Hügel bestehen aus einer Mischung aus Sedimenten und Korallenbruchstücken und erlauben es, die Geschichte der Kaltwasserkorallen-Ökosysteme in die Vergangenheit zurückzuverfolgen. Wir wussten, hier gibt es Hügel, die wie mögliche Korallenhügel aussehen, und es gibt auch Korallen. Dann zeigten unsere ersten Daten aber, dass es sich bei den tansanischen Hügeln, die wir in alten Vermessungsdaten gefunden hatten, um Rutschmassen handelt, die bei einem untermeerischen Erdrutsch entstanden sind. Zwar wachsen dort auch Korallen, aber wir können sie leider nicht nutzen, um die Geschichte der Korallenbesiedelung zu rekonstruieren.
Also weitersuchen … Und tatsächlich brachte eine nächtliche Vermessung mit dem Fächerecholot eine ganz andersartige Hügelstruktur zum Vorschein: 600 Meter im Durchmesser, 80 Meter (!) hoch und in einer Wassertiefe von etwa 900 Metern, die gut zu den Korallen passt. Was ist das für eine Struktur? Es wurde viel spekuliert: Ist es auch eine Rutschmasse? Oder ein „echter“ Korallenhügel? Es könnte auch eine Mischung sein … Die Aufregung stieg und alle konnten es kaum erwarten, dass das ROV MARUM-SQUID die ersten Bilder vom Meeresgrund zeigte…
Eines war ganz schnell klar: Was wir sahen, passte zu keiner unserer Ideen. Große Gesteinsblöcke standen mehr oder weniger chaotisch aufeinander, und für einen Moment waren wir ratlos. Im weiteren Verlauf dieses und des nächsten Tauchgangs konnten wir dann Puzzleteilchen für Puzzleteilchen zusammensetzten: Wir hatten einen Schlammvulkan entdeckt!
Solche Schlammvulkane bringen „Schlamm“ und auch Gestein aus großer Tiefe an die Oberfläche des Meeresbodens. Zusammen mit diesem Schlamm kommen auch Fluide und Gase nach oben, die die Basis für ein weiteres spannendes Tiefseeökosystem bilden: Bakterien nutzen diese Gase für Chemosynthese und leben dann in Symbiose mit größeren Tieren, wie zum Beispiel Muscheln, Schnecken und Krebsen. Und es waren nicht zuletzt die großen Felder, die dicht an dicht mit Muscheln bewachsen waren, die uns auf die richtige Spur gebracht haben? Als diese das erste Mal auf dem Bildschirm auftauchten, war das Erstaunen groß – wie auch die Begeisterung!
Bisher hat hier vor Ostafrika noch niemand eine solche Struktur beschrieben. Spätestens jetzt wurde aus dieser Forschungsexpedition eine Entdeckungsreise!
25. August: In der wandelnden Enzyklopädie steckt ein Kind voller Neugierde!
Die Köpfe der Meeresforscher:innen an Bord der SONNE sind wahre wandelnde Enzyklopädien des Wissens und doch steckt in jedem immer noch ein Kind voller Neugier. Aber das soll zwischen uns bleiben!
Von den Kindern, die einst auf dem Spielplatz mit Sand und Schlamm spielten, bis hin zu den Forscher:innen, die Schnecken und Würmer in sorgfältig konstruierten Glasbehältern als Haustiere halten, lassen diese erfahrenen Wissenschaftler:innen, die den größten Teil ihres Lebens der Lüftung der Geheimnisse der Tiefseekorallen gewidmet haben, ihre Kindheitsleidenschaften wieder aufleben. Aus meiner Sicht gibt es keinen besseren Ort als den westlichen Indischen Ozean, um dies zu beobachten.
Was einst als eine grobe Forschungsidee begann, ist nun mit dieser Expedition zum Leben erwacht und enthüllt die unerzählte Geschichte dieses wenig erforschten Teils des Ozeans. Mit Fächerecholotkarten, die den Meeresboden in noch nie dagewesener Auflösung und mit faszinierenden Strukturen zeigen, die um eine genaue Inaugenscheinnahme mit einem ROV-Tauchgang geradezu betteln, entfaltet sich die Geschichte dieser Meeresregion auf aufregende Weise.
Die Entdeckungen des heutigen Tauchgangs versetzten sowohl die Lehrer und die Schüler gleichermaßen in Aufregung und weckten ihre Neugier. Was als einfache Erkundung eines mit Felsbrocken übersäten Meeresbodens begann, entwickelte sich schnell zur Entdeckung großer Muschelansammlungen, begleitet von bunten Korallen, die gelegentlich von Tiefseefischen besucht wurden. Sicher im Konferenzraum auf der SONNE sitzend, begleiteten wir das ROV virtuell auf seiner „Wanderung“ über steile Felsvorsprünge und entdeckten dabei weitere Muscheln und sogar Mikrobenmatten. Während dieses mehrstündigen Tauchgangs war es unmöglich, den einzigartigen Wissensaustausch und das gemeinsame Erstaunen auf den Gesichtern der Teilnehmer zu übersehen, als wir gemeinsam die Geheimnisse der Tiefe aufdeckten.
Aber die Probenahme ist noch nicht zu Ende; weitere Instrumente werden eingesetzt, um mehr über das zu erfahren, auf das wir gerade nur einen ersten kurzen Blick werfen konnten. Zunächst aber beginnen wir eifrig mit dem ROV-Probenahme-Workflow. Als wir an Deck stehen, die Schutzhelme auf dem Kopf und die Sicherheitsschuhe an den Füßen, breitet sich ein gemeinsames Gefühl der Vorfreude aus. Der ewig inspirierende Ozean birgt so viele Geheimnisse. Und wenn wir weiterhin Glück haben, enthüllt er uns vielleicht noch ein paar weitere seiner Geheimnisse!
Am Ende dieser bemerkenswerten Reise wird deutlich werden, dass sowohl die erfahrenen als auch die jungen Wissenschaftler:innen an Bord der SONNE echte Entdecker sind, die von derselben Neugier getrieben werden, die sie einst zum Ozean geführt hat. Im westlichen Indischen Ozean werden ihre lebenslangen Leidenschaften nicht nur neu erweckt, sondern auch mit der nächsten Generation geteilt. So ist sichergestellt, dass auch in den kommenden Jahren weitere Geheimnisse des Ozeans gelüftet werden können.
Zoleka
26. August: Ein Tag im Meer
Früh morgens um 06:00 Uhr versammelt sich das 4-köpfige Team (Nico, Tom, Vincent und Siefke) des ferngesteuerten Tauchrobotersystems ROV MARUM Squid zum sogenannten „Pre-Dive check“. Beim „Pre-Dive Check“ werden alle Komponenten des Systems, wie z.B. die Kameras, Lichtanlage oder die Propeller überprüft, und auf ihre volle Funktionalität getestet. Die „Pre-Dive Checkliste“ ist etwa zehn DIN A4 Seiten lang und der Check dauert knapp 1,5 Stunden – dann erst ist das System tauchklar. Kurz vor dem Aussetzen wird auf der Brücke mit dem wachhabenden Offizier noch die aktuelle Wettersituation besprochen und ggfs. die Position des Schiffes nachjustiert.
Ist das Schiff auf Station und der Tauchroboter klar zum Aussetzen, müssen Nautiker, Schiffsmechaniker und das ROV-Team Hand in Hand arbeiten. Das Aussetzen ist ein Manöver beim dem alle Schritte in einer festgelegten Reihenfolge erfolgen. Jeder an Deck und auf der Brücke muss genau wissen, was er wann zu tun hat, damit alles reibungslos und sicher abläuft. Das Squid wird mit einem Kran zu Wasser gelassen und fährt zunächst an der Oberfläche etwa 40m steuerbord querab. Von dort aus schraubt sich das ROV mit seinen Propellern in die Tiefe. Bei einer Wassertiefe von 1000 m benötigt das ROV ungefähr eine Stunde, bis es am Meeresboden ankommt. Auf dem Weg in die Tiefsee sind die Piloten im Kontrollraum noch unter sich und überwachen permanent die Systeme des Fahrzeugs. Das ROV MARUM Squid wird immer von einem Piloten und einem Co-Piloten bedient. Der Pilot „fliegt“ das Fahrzeug, während der Co-Pilot die Kameras steuert oder die Proben mit dem Greifarm einsammelt. Ein drittes Teammitglied fährt die an Deck stehende Winde, auf welcher das über 2000m lange Versorgungskabel aufgespult ist.
Ist der Startpunkt des Tauchgangs am Meeresboden erreicht, kommen die drei Wissenschaftler:innen (André, Claudia, Saskia) ins ROV-Labor und der wissenschaftliche Teil des Tauchgangs beginnt. Da nicht alle am Tauchgang beteiligten Wissenschaftler:innen Platz im kleinen Kontrolllabor haben, stehen diese drei über eine VoIP-Verbindung mit anderen Forscher:innen im Konferenzraum der SONNE in Kontakt. Genau wie im Kontrolllabor, wird dort auf Bildschirmen die Navigationskarte und die Videokamera angezeigt. So können die Wissenschaftler:innen ihre Aktivitäten koordinieren. Die Wissenschaftler:innen weisen die Piloten an, welche Punkte am Boden angesteuert werden sollen. Dabei hilft die über Nacht mit dem Fächerecholot erstellte Karte vom Meeresboden. Diese wurde bereits während des Pre-Dive Checks in die Navigationscomputer des Squid geladen und lässt sich ähnlich wie Google Maps verwenden. Während des Tauchgangs werden die exakten Positionen des Squid und des Schiffes als kleine Symbole auf der Karte abgebildet.
Die Sichtweite am Boden beträgt etwa 10 m. Taucht ein Objekt von Interesse, etwa ein Schwamm oder eine Koralle, am Horizont des Scheinwerferlichts auf, wird dieser „angeflogen“, fotografiert, mit dem Greifarm eingesammelt und in einem der Probenbehälter auf dem Tauchroboter verstaut. Nach 5-6 Stunden am Meeresboden endet dann der Tauchgang und Squid kehrt zum Schiff zurück. Theoretisch kann der Roboter solange im Wasser bleiben wie er vom Schiff aus mit Strom versorgt wird. Der limitierende Faktor ist dabei der Mensch. Alle zwei Stunden tauschen die Piloten durch, denn das hochkonzentrierte Arbeiten, selbst über einen vermeintlich kurzen Zeitraum, ist sehr anstrengend. Es geht nicht nur darum gute Proben zu sammeln oder schöne Aufnahmen zu machen, sondern auch permanent die Navigation und die Fahrzeugsicherheit im Auge zu behalten.
Nach dem Tauchgang ist aber noch nicht Feierabend. Manchmal muss direkt im Anschluss noch etwas repariert, oder für den nächsten Tauchgang vorbereitet werden. Der IT-Spezialist im Team (Vincent) hat noch die Aufgabe Kamerabilder herunterzuladen und alle Video- und Navigationsdaten zu sichern, um sie den Wissenschaftler:innen zu übergeben.
Der schönste Augenblick nach einem Tauchgang ist der, wenn das ROV wieder sicher an Deck steht und die Wissenschaft ihre Proben abholt. Das ist immer ein hochmotivierender Augenblick. Nicht nur die Fahrzeugtechnik begeistert, sondern auch das Erlebnis gemeinsam mit den Forscher:innen in die faszinierende Tiefsee hinabzutauchen und Neues zu entdecken.
Nico (ROV-Teamleiter)
28. August: Meeresbodenkartierung – das Herzstück unserer Expedition
Bisher hat noch niemand über unser hydroakustisches Labor geschrieben. Jetzt, wo die SONNE auf einem zweitägigen Transit zu unserem nächsten Arbeitsgebiet am Kontinentalrand von Mosambik ist, können wir uns ein wenig ausruhen und unsere Untersuchungen in diesem neuen Gebiet planen. Ich dachte, es wäre ein guter Zeitpunkt, um von unserer Arbeit zu berichten.
Was bedeutet 'Hydroakustik' eigentlich? In der griechischen Sprache bedeutet 'hydro' Wasser, und 'akustik' bedeutet 'zum Hören'. Das bedeutet, dass wir in unserem Labor untersuchen, wie sich die Schallwellen durch die Wassersäule ausbreiten. Wir verwenden ein Fächerecholotsystem (MBES), das uns Informationen über die Entfernung (Laufzeit einer Schallwelle) zwischen der Meeresoberfläche und dem Meeresboden (Wassertiefe) und damit über die Morphologie des Meeresbodens liefert. Das Parasound-System arbeitet mit einer anderen Frequenz, die es den Schallwellen ermöglicht, sogar in den Meeresboden einzudringen, und liefert so auch Daten über die Struktur der Sedimente unter dem Meeresboden.
Die Kartierung des Meeresbodens ist das erste, was wir tun, wenn ein Schiff in ein neues Arbeitsgebiet kommt, denn ohne eine gute hochauflösende Karte des Meeresbodens können wir keine Korallenhügel und andere interessante Strukturen am Meeresboden, wie unterseeische Kanäle und Schlammvulkane, finden. Kurz nach der Kartierung bespricht das Kartierungsteam, bestehend aus Evgenia, Alissa und Gregor, die Strukturen, die sie während der Vermessung gefunden haben. Auf der Grundlage dieser Informationen plant der Fahrtleiter Dierk die Standorte für weitere ROV-Tauchgänge, Landereinsätze und Sedimentproben.
Die Hydroakustik kann auch dazu verwendet werden, die Geschwindigkeit und Richtung von Strömungen in der Wassersäule mit einem ADCP (einem Gerät zur Messung von Strömungen auf der Grundlage des Dopplereffekts) zu messen, was meine Aufgabe hier an Bord ist. Die Wassersäule ist normalerweise nicht homogen, es gibt verschiedene Wassermassen mit unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten und -richtungen. Dies ist eine wichtige Information für die Wissenschaft, aber auch für die Planung der Arbeiten während unserer Expedition. Zum Beispiel kann ein ROV-Tauchgang nur stattfinden, wenn die Strömungsgeschwindigkeit unter 2 Knoten liegt, da sonst der Einsatz des ROV zu riskant wird.
Die Leute, die die Kartierung durchführen, müssen oft in Nachtschichten arbeiten, denn das ist die übliche Zeit für die Kartierung, da viele der anderen Geräte nur tagsüber eingesetzt und bedient werden können. Aus diesem Grund haben die Mitglieder des Hydroakustik-Teams weniger Möglichkeiten sich mit den anderen Leuten an Bord auszutauschen und oft haben sie unruhigeren Schlafrhythmus.
Nadezhda
30. August: Tiefsee-Kreaturen des Indischen Ozeans: Von gruselig bis modisch-elegant
Obwohl wir uns auf dieser Expedition hauptsächlich auf „sesshafte“ Tiere wie Korallen und Schwämme konzentrieren, sind wir bei unseren ROV-Tauchgängen auch auf viele mobilere Lebewesen gestoßen. Während die am Meeresboden festsitzenden Arten auf Nahrung angewiesen sind, die durch Meeresströmungen angeliefert wird, geht es in diesem Blogpost um Lebewesen, die schwimmend, krabbelnd oder gehend unterwegs sind - manche eleganter als andere:
Wir hatten bereits einige neugierige Tiefseehaie, die sich dem ROV – ein eher ungewöhnlicher Besucher in ihrem Lebensraum – näherten, um es zu inspizieren. Wir trafen auch einige Chimären, die Verwandte der Haie sind und seit 350 Millionen Jahren in den Weltmeeren schwimmen. Wenn man gebannt auf den Bildschirm schaut und den Live-Stream des ROVs verfolgt, kann es ziemlich furchteinflößend sein, wenn plötzlich ein großer dunkler Schatten auftaucht und direkt auf einen zukommt!
Ganz im Gegensatz zu den flinken Haien fanden wir auch einen der langsamsten Fische der Meere, den Chaunax, der auch als Meereskröte bekannt ist. Anstatt zu schwimmen, hat er fußähnliche Brustflossen und kann sich schrittweise vorwärtsbewegen. Während der Chaunax bis jetzt definitiv eine der niedlichsten Kreaturen war, die wir beobachten konnten, ist er auch ein hinterhältiger Räuber, der stillsitzt, bis etwas durch den Köder auf seiner Stirn angelockt wird, und dann das Opfer mit einem Schnapper komplett verschluckt…
Aber das bei weitem modisch-eleganteste Lebewesen war bisher eine Krabbe, die einen Glasschwamm als „Hut“ trug. Interessanterweise ist dies ein bekanntes Phänomen bei einigen Tiefseekrabbenarten: Sie nehmen lebende, sesshafte Tiere (Schwämme, Korallen, Austern, sogar Anemonen) auf und nutzen sie als Tarnung und Schutz vor Fressfeinden. Darum laufen auf dem Meeresboden des Indischen Ozeans einige ziemlich stylische Krabben herum.
Wir begegneten auch einigen riesigen, ca. 20 cm langen, außerirdisch anmutenden Garnelen, einem Kalmar, einem Oktopus und einem Thunfisch.
Aber das bei weitem modisch-eleganteste Lebewesen war bisher eine Krabbe, die einen Glasschwamm als „Hut“ trug. Interessanterweise ist dies ein bekanntes Phänomen bei einigen Tiefseekrabbenarten: Sie nehmen lebende, sesshafte Tiere (Schwämme, Korallen, Austern, sogar Anemonen) auf und nutzen sie als Tarnung und Schutz vor Fressfeinden. Darum laufen auf dem Meeresboden des Indischen Ozeans einige ziemlich stylische Krabben herum.
4. September: Home sweet home – Faszinierende Wohngemeinschaften
In manchen Wohngemeinschaften erkennt man sofort, wer der Untermieter ist. Bei Korallen hingegen ist das oft gar nicht so einfach. Viele ihrer Mitbewohner sind winzig klein und verstecken sich gut. Um sie zu entdecken, müssen wir ganz genau hinsehen – und das beginnt bereits mit der Sammlung der Korallen, die in der Tiefsee eine besondere Herausforderung darstellt.
Wie sammeln wir Tiefsee-Korallen?
Da wir uns in der Tiefsee befinden, benötigen wir spezielle Geräte, um Korallen zu sammeln. Das wichtigste Werkzeug ist das „Remotely Operated Vehicle“ (ROV) – ein ferngesteuerter Unterwasserroboter. Dieser Roboter liefert uns nicht nur Livebilder aus der Tiefe, sondern kann mit einem Greifarm auch gezielt Korallen „pflücken“.
Bevor eine Koralle gesammelt wird, dokumentieren wir zunächst die gesamte Kolonie und die einzelnen Polypen ausführlich mit Fotos. Anschließend wird die Koralle in eine wasserdichte und verschließbare Kiste gesetzt, um zu verhindern, dass die kleinen Untermieter während des Aufstiegs des ROVS zur Meeresoberfläche herausgespült werden. Im Idealfall sammeln wir während eines Tauchgangs mehrere Korallen, um sie später vergleichen zu können.
Was passiert an Bord?
Wenn das ROV mit den Proben an Bord der SONNE zurückkehrt, müssen die nächsten Schritte präzise und schnell durchgeführt werden. Die Korallen kommen aus circa einem Kilometer Tiefe, wo ganz andere Temperaturen herrschen als an Deck. Sobald die Proben an Bord sind, fotografieren wir sie und dokumentieren die verschiedenen Sammelbehälter. Danach bringen wir die Behälter so schnell wie möglich in einen Kühlraum, der auf die Temperaturen der Tiefsee abgestimmt ist.
Hier beginnt die eigentliche Forschungsarbeit: Jede Koralle wird einzeln aus dem Sammelbehälter genommen und in eine spezielle Fotoschale gelegt. Im Kühlraum fertigen wir detaillierte Aufnahmen der Koralle und ihrer sichtbaren Untermieter an. Anschließend fixieren wir die Koralle, um später die Tiere von ihr abzusammeln, die wir ebenfalls fotografieren und einzeln fixieren.
Die Analyse der Untermieter
Das Wasser aus den Probenbehältern wird gesiebt, da viele kleine Tiere den Transport vom tiefen Wasser an die Oberfläche nicht überleben und bereits von der Koralle gefallen sind. Diese und andere winzige Organismen, die in oder um die Koralle leben, werden ebenfalls dokumentiert. Nach der Fixierung der Koralle und ihrer Organismen bestimmen wir die Tiere unter einem Binokular, einem speziellen Mikroskop.
Ein kleiner Teil des Gewebes wird entfernt, um an die DNA der einzelnen Organismen zu gelangen. Dafür lösen wir die Zellen auf und reinigen die DNA durch eine Reihe von Pipettier- und Zentrifugierungsschritten. Diese DNA hilft uns, spezifische Sequenzen zu erfassen, die im besten Fall genaue Hinweise auf die Artzugehörigkeit der einzelnen Organismen geben.
Das Ziel: Ein vollständiges Bild des Miniaturlebensraums „Tiefsee-Koralle“
Durch die Kombination der genetischen Daten und der morphologischen Untersuchungen vervollständigen wir die Identifizierung der einzelnen Untermieter und der Korallen selbst. Am Ende unserer Arbeit hoffen wir, ein möglichst vollständiges Bild des komplexen Miniaturlebensraums "Tiefsee-Koralle" zu erhalten.
Denn jede Koralle ist ein kleines Universum für sich – und ihre Erforschung bringt uns der Entschlüsselung der Geheimnisse der Tiefsee ein Stück näher.
Severin, Saskia & Karen
6. September: ROV MARUM SQUID – Der 100. Tauchgang
Glückwunsch! Am 2. September unternahm das ferngesteuerte Tauchrobotersystem ROV MARUM-SQUID seinen 100. Tauchgang. Ziel war der Gipfelbereich eines Tiefseevulkans in 360 Meter Wassertiefe vor der Küste Mosambiks (26°S). Und wie für diesen besonderen Anlass bestellt, erwartete uns eine wunderschöne und farbenfrohe Szenerie als wir den Meeresgrund erreichten. Der Gipfelbereich war dicht besiedelt mit der leuchtend-gelben Kaltwasserkoralle Eguchipsammia sp., roten und orangefarbenen Weichkorallen, weißen Schwämmen sowie einem großen dunkelroten Seeigel. Ein echter Korallengarten, wie wir ihn nur selten gesehen haben. Am Ende des Tauchganges wurde ein sogenannter Marker mit dem SQUID am Meeresboden abgesetzt, um zu markieren, dass hier der 100. Tauchgang mit dem SQUID während der SONNE Expedition SO306 CoWIO stattgefunden hat.
Solch ein Jubiläum ist an sich schon ein Grund zur Freude, aber ein Detail machte diesen Tauchgang zu einem ganz besonderen Moment. Acht Jahre und zwölf Expeditionen zuvor, tauchte das SQUID am Neujahrstag des Jahres 2016 zum ersten Mal in die Tiefen des Meeres hinab. Ziel der damaligen Reise (M122 ANNA), unter der Fahrtleitung von Dierk, war die südwestafrikanische Küste um dort mit dem Forschungsschiff Meteor Kaltwasserkorallen-Ökosysteme zu studieren. Ein Teil der Wissenschaftler:innen und Techniker:nnen (Claudia, André, Leon, Birgit, Maik, Klaus, Cova, Andrea), die damals beim ersten Tauchgang dabei waren, befinden sich jetzt wieder an Bord. Bis auf eine Ausnahme ist auch die vierköpfige Crew des Tauchroboters SQUID in seiner Urbesetzung wieder mit dabei und freut sich auf die nächsten 100 Tauchgänge.
8. September: Ein Willkommensgruß vom Agulhasstrom: Der Turbo-Booster des Ozeans!
„Alle Geräte in den Labors sichern und festbinden“, waren die Worte, die die Aufmerksamkeit aller auf sich zogen, als die Ansage im ganzen Schiff wiederholt wurde. Dies war der Beginn unserer Reise zu unserem letzten Einsatzgebiet - Südafrika. Es war ein Sturm vorhergesagt, aber es gab noch ein weiteres aufregendes Element, das denjenigen, die mit diesen Gewässern vertraut sind, gut bekannt ist: der berühmte Agulhasstrom!
Der Agulhasstrom ist eine der schnellsten Meeresströmungen der Welt und bewegt sich mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 4 bis 5 Knoten (oder 7 bis 9 Kilometern pro Stunde). Stellen Dir vor, Du sitzt in der schnellsten Achterbahn, die je gebaut wurde, und rast einen steilen Abhang hinunter, während Dir der Wind um die Ohren pfeift. So fühlt sich der Agulhasstrom an - nur eben für die Meeresbewohner!
Unser Arbeitsgebiet grenzt an einen schmalen Kontinentalschelf, der den Agulhasstrom beschleunigt. Wenn Wasser in einen engen Raum fließt, ist es gezwungen, sich zu beschleunigen, so wie ein Fluss durch einen engen Canyon schneller fließt. Die Unterwassertopografie - mit unterseeischen Canyons und steil abfallenden Klippen jenseits des Kontinentalschelfs - wirkt wie ein natürlicher Turbo, der die Geschwindigkeit der Strömung weiter erhöht. Wenn die Strömung dagegen über breitere, offene Gebiete fließt, kann sich das Wasser ausbreiten und wird langsamer.
Diese Beschleunigung spielt eine Schlüsselrolle beim Antrieb der globalen thermochalinen Zirkulation, die das Klima der Erde reguliert, indem sie warmes, salzhaltiges Wasser vom Äquator zu den Polen transportiert. Diese Bewegungen des Meerwassers, einschließlich anderer wichtiger Meeresströmungen wie z. B. des Golfstroms, sind für die Verteilung von Wärme und Nährstoffen auf dem Planeten von entscheidender Bedeutung. Der Agulhasstrom ist also im Wesentlichen eine starke Kraft im globalen Ozeanzirkulationssystem.
Aber der Agulhasstrom ist nicht allein. Wirbel und kleinere Strömungen in der Nähe sowie das unberechenbare Wetter machen die Navigation in dieser Region noch komplizierter. Diese Strömungen können wirbelnde Strudel erzeugen, in denen sich manchmal Meereslebewesen verfangen oder die den Weg von Schiffen verändern.
Je näher wir der nächsten Phase unserer Mission kommen, desto größer wird die Aufregung. Wir wagen uns nicht nur in ein neues Arbeitsgebiet vor, sondern werden auch eine der schnellsten und stärksten ozeanischen Kräfte erleben, den Agulhasstrom, in dem sogar das Meer selbst zu rasen scheint.
Zoleka, Jacek, Nadezhda
9. September: Was essen wir auf einem Forschungsschiff?
Wenn Sie noch nie auf einem Forschungsschiff waren, werden Sie sich vielleicht fragen, wie und was wir auf der FS Sonne essen. Schließlich wäre diese Expedition ohne unsere beiden Köche und die Stewards gar nicht möglich. Deshalb ist dieser Blog-Beitrag ihnen gewidmet und der Frage, wie alles rund ums Essen auf der Sonne funktioniert.
In der Tat haben wir großes Glück: Das Essen ist dank der Köche Geron und Frank und ihrer Stewards Bernd, Matthias, Maik und Sven fantastisch. Zum Frühstück, Mittag- und Abendessen gibt es jeden Tag ein paar warme Optionen (Fleisch und vegetarisch). Dreimal am Tag gibt es ein Buffet und nachmittags Kaffee und Kuchen. Zusätzlich zu den warmen Mahlzeiten haben wir eine große Auswahl an Brot, Salaten und vielem mehr, so kann man z. B. bei Käse aus 12 verschiedenen Sorten wählen. An warmen Gerichten gab es bisher alles von Lasagne über Beefsteak bis hin zu indischem Curry. Für mich als Österreicher war es vor allem ein besonderes Erlebnis, dann auch noch auf dem Westindischen Ozean einen Kaiserschmarrn zu essen...
Aber hinter dem Buffet, das wir dreimal am Tag bekommen, steckt so viel Planung und Arbeit... Geron, der erste Koch der FS Sonne, hat uns dafür einen kleinen Einblick in seine Arbeit als Koch auf einem Forschungsschiff gewährt. Er arbeitet seit über 10 Jahren als freiberuflicher Expeditionskoch, auf fast allen deutschen Forschungsschiffen, wie z. B. der Polarstern. Er hat auch als Koch auf antarktischen Landexpeditionen gearbeitet und das Essen für Wissenschaftler in Höhen von bis zu 4000 Metern zubereitet! Um im Falle unserer Expedition drei Mahlzeiten pro Tag für 70 Personen über einen Monat planen zu können, ist nämlich viel Erfahrung gefragt. Die Planung für jede Mahlzeit beginnt bis zu dreieinhalb Monate im Voraus, wenn Geron eine Liste für die nächste Lieferung von haltbaren/konservierten Lebensmitteln (Gefrierfleisch, Öl, Konserven usw.) aus Deutschland erstellt. Alle frischen Lebensmittel werden später vor Ort bestellt in den Häfen, die wir ansteuern, und das Sortiment hängt hier sehr von dem jeweiligen Land und seinen Vorräten ab. Für COWIO wurden fast 2000 kg frischer Lebensmittel (Salate, Obst usw.) in Port Louis, Mauritius, an Bord gebracht. Unglaublicherweise lagern und pflegen Geron und sein Team das Gemüse so nachhaltig, dass wir auch nach fast drei Wochen Fahrt noch frischen Salat haben. Das eigentliche Menü wird zwei Tage im Voraus festgelegt.
Geron versucht die Mahlzeiten so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, so dass beispielsweise auf einen Tag mit Gekochtem etwas Gebratenes folgt. Natürlich werden auch Reste in die Planung einbezogen, damit so viele Lebensmittel wie möglich wiederverwertet werden. Natürlich gibt es auch eine Seemannstradition, die durch die Woche führt: Fisch am Freitag, Eintopf am Samstag und Eis am Sonntag und Donnerstag (Seemannssonntag). Wenn wir im Hafen sind, bekommen wir dann natürlich noch das berühmte „Hafen-Gulasch“. Als Küchenchef auf einem Schiff muss man aber auch sehr flexibel sein: Eine der größten Herausforderungen beim Kochen auf See ist das Wetter. Letzte Woche hatten wir 5 Meter hohe Wellen - und während sich die meisten von uns auf die Kabine zurückziehen konnten und der wissenschaftliche Betrieb komplett eingestellt wurde, musste die Küche trotzdem funktionieren. Viele Dinge an Bord können situationsbedingt verschoben werden, aber nicht das Kochen - alle müssen essen.
Egal, was passiert, das Essen muss zubereitet werden. Bei hohem Wellengang, sagt Geron, dauert alles doppelt so lange und das Frittieröl ist nie da, wo es sein sollte. Es ist beeindruckend, was das Küchenteam leistet: Ein normaler Tag beginnt für die Köche zwischen 1.30 Uhr und 4 Uhr mit der Vorbereitung des Frühstücks, dann gibt es um 7 Uhr eine kurze Pause, bevor sie mit der Zubereitung des Mittagessens beginnen und so weiter, bis der Tag gegen 18:30 Uhr zu Ende ist. Geron sagt, dass er seine Arbeit liebt und dass es sehr zufriedenstellend ist, die lächelnden Gesichter zu sehen, wenn die Leute in die Küche kommen, und dass man auf dem Schiff von allen immer so nett begrüßt wird.
Ein großes Dankeschön von allen an Bord an das Küchenteam, das diese Expedition zu einem sehr schmackhaften Erlebnis gemacht hat!
10. September: … und plötzlich ist alles vorbei!
Tag für Tag dieselbe Routine, manchmal unterbrochen durch einen Transittag ohne Stationsarbeiten. So sind die Tage wie im Flug vergangen – und plötzlich ist die Expedition vorbei. Das Einlaufen in Durban gestaltete sich etwas schwierig, da aufgrund der Wetterlage die Hubschrauberflüge, die die Lotsen zu den Schiffen bringen, immer wieder unterbrochen werden mussten. Irgendwann waren wir dann doch im Hafen, die erste Gruppe wurde zum Flughafen gebracht und die, die noch für letzte Aufräumungsarbeiten an Bord blieben, sind abends noch einmal auf Landgang gegangen. Dafür wurden wir von Durban mit 14°C und Regen allerdings nicht sehr herzlich begrüßt.
Am Dienstag, 10.9., haben dann auch die letzten eingeschifften Wissenschaftler:innen die SONNE verlassen und sind über den Umweg durch das Immigration-Office zum Flughafen gefahren. Von dort aus ging es in eine Vielzahl von Richtungen, natürlich nach Norddeutschland, aber auch nach Tansania, Mosambik, Spanien, die Niederlande und die USA. Zu den vielen Kontakten, die schon vor der Expedition zwischen den Expeditionsteilnehmer:innen bestanden, sind jetzt viele neue dazugekommen, die in den nächsten Jahren für die Auswertung all der Daten und Proben, die wir gesammelt haben, von großer Bedeutung sein werden. Darauf freuen wir uns alle jetzt schon!
Was ist nun das Fazit dieser Expedition? Wir waren losgefahren, um Kaltwasserkorallen-Ökosysteme und Korallenhügel zu untersuchen. Für die Existenz beider gab es viele gute Hinweise – wenn auch indirekte – ohne die wir diese Expedition nie gemacht hätten. Am Ende haben wir sehr viele Korallen unterschiedlichster Arten gefunden, aber große zusammenhängende Kaltwasserkorallen-Riffe, wie wir sie aus dem Atlantik kennen, haben wir nicht gefunden. Dementsprechend auch keine Korallenhügel, da für deren Entstehung solche Riffe wichtig sind. Das mag jetzt nach einer enttäuschenden Expedition klingen, aber das ist Wissenschaft. Nur, weil wir jetzt „nachgesehen“ haben, wissen wir, dass es ausgedehnte Kaltwasserkorallen-Riffe im West Indischen Ozean kaum bis gar nicht gibt. Das allein wäre vielleicht ein bisschen enttäuschend, aber es gibt ja auch die andere Seite…
Wir haben zwei bisher völlig unbekannte Schlammvulkane im Westindik entdeckt, obwohl von dort bisher noch niemals über Schlammvulkane berichtet wurde. Und gerade auf dem Mtwara Schlammvulkan vor Tansania haben wir ein fantastisches Muschel-dominiertes Ökosystem gefunden, welches wir wohl in den kommenden Monaten, wenn die ersten Daten aus den Laboruntersuchungen erstellt sind, erst richtig verstehen werden. Und dann waren da die wunderschönen Korallengärten auf den Vulkanen vor Mosambik … Wir werden unsere Kolleg:innen aus Mosambik nach allen Kräften unterstützen, dort in den nächsten Jahren ein Schutzgebiet einzurichten, um diese faszinierende Vielfalt zu bewahren. Und neben diesen Highlights haben wir noch viele andere spannende Ergebnisse und Proben …
So sind wir mehr als zufrieden mit dieser Expedition! Wir freuen uns auf die nächsten Jahre, in denen wir unsere Beobachtungen an Bord und unsere Ideen, die wir mitgebracht haben, zu ausformulierten, wissenschaftlichen Studien weiterentwickeln können. Und dabei wird mit Sicherheit noch viel mehr herauskommen, als wir uns jetzt vorstellen können.
Jetzt ist es also wirklich vorbei! Wir hoffen, dieses Expeditions-Logbuch war interessant und unterhaltsam und hat es erlaubt, einen kleinen Einblick in das Leben und Arbeiten auf einem Forschungsschiff und in die Meeresforschung selbst zu geben.
Bis zum nächsten Mal,
Dierk & Claudia